Nein zu einem leistungsorientierten Stipendiensystem

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will ein bundesweites Stipendiensystem einführen. Nach zwei  ergebnislosen Anläufen der  von der CDU und der FDP geführten Landesregierung Nordrhein-Westfalen,  über den Bundesrat  ein nationales Stipendiensystem einzuführen,  soll  nun die neue Bundesregierung ein nationales Stipendienprogramm aufbauen.  Geplant ist demnach, von Universitäten und Fachhochschulen bei der Wirtschaft und Privaten eingeworbene Stipendien in Höhe von 150 Euro im Monat  in gleicher  Höhe mit  Steuergeldern zu ergänzen. Bei der Vergabe sollen soziale Aspekte aber keine Rolle spielen.

Hierzu Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar: „Stipendien, die nach dem subjektiven Kriterium Leistung vergeben werden, leisten keinen Beitrag zur Überwindung der Ungerechtigkeiten im bundesdeutschen Bildungssystem. Im Gegenteil, sie können selbige verschärfen, da zumindest ein Teil der Stipendien einkommensunabhängig ausgezahlt wird, sprich an StudentInnen, die nicht auf solche Mittel angewiesen wären um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.“ Ebenso werden durch das Stipendiensystem der schwarz-gelben Koalitionäre Standorte bevorzugt. Die Universität des Saarlandes hat so z.B. in Bezug auf Unterstützung aus der Wirtschaft geringere Möglichkeiten als die Humboldt-Universität zu Berlin.

Im Saarland sind Bündnis 90/Die Grünen und Bildungsminister Klaus Kessler sehr darin bemüht ein gerechteres Bildungssystem zu schaffen. Die Grüne Jugend Saar begrüßt ausdrücklich die Abschaffung der Studiengebühren und eine grundlegende Reform des dreigliedrigen Schulsystems. Auch die neue Landesregierung plant nach Aussage des Koalitionsvertrages die Einführung eines Stipendiensystems. Die Ausgestaltung dieses Stipendiensystems liegt im Aufgabengebiet von Christoph Hartmann und die FDP fordert schon seit Jahren den Aufbau eines leistungsorientierten Systems, bei dem soziale Belange auf der Strecke bleiben. Die Grüne Jugend Saar hat sich in der Vergangenheit bereits gegen ein solches System ausgesprochen: „Für uns klar, dass ein gerechteres Bildungssystem wichtiger ist als vermeintliche Eliteförderung. Statt eines Stipendiensystems fordern wir finanzielle Unterstützungen für SchülerInnen aus einkommensschwachen Familien, da heutzutage die Chancen zum Abitur zu gelangen für diese SchülerInnen, verglichen mit ihren MitschülerInnen aus einkommensstarken Haushalten, weitaus schlechter sind.“ so Comtesse abschließend.