Anlässlich des Internationalen Frauentages erklärt Elisa Schütze, Sprecherin der Grünen Jugend Saar: „Die Frauen — und Gleichstellungspolitik im Saarland lässt an vielen Stellen zu wünschen übrig. So liegen circa 39 % aller beschäftigten Frauen im Niedriglohnsektor, wohingegen bei den Männern der Anteil lediglich 9 % beträgt. Der Bundesschnitt zeigt, dass 70 % aller Niedriglohnbezieher Frauen sind. Das liegt zum Einen daran, dass diese sehr häufig nur Teilzeit arbeiten und zum Anderen an der Tatsache, dass typische Frauenberufe, wie Friseusen und Erzieherinnen nicht in angemessenem Maße entlohnt werden. So kommt es, dass im Saarland die Einkommenskluft zwischen Männern und Frauen so groß ist, wie nirgendwo sonst im Bund. Diesen Missständen ist entgegenzuwirken indem man das Angebot an Kindergartenplätzen und kostenloser Nachmittagsbetreuung ausbaut und weiterhin einen gesetzlichen Mindestlohn einführt.

Ein weiteres Defizit der Frauenpolitik im Saarland ist die Tatsache, dass hier nach wie vor auf 22 Männer in Führungsgremien lediglich 8 Frauen kommen. Auch an der Universität des Saarlands kommt dieser Missstand zum Ausdruck, dort sind nur 7 % der Lehrstühle von Frauen besetzt.“ Die Grüne Jugend Saar unterstützt die dazu im Koalitionsvertrag von den Grünen vereinbarte Steigerung der Frauenquote an Hochschulen und in der Verwaltung. Allerdings seien Quoten kein „Allheilsmittel“, sondern lediglich Mittel zum Zweck.
Viel wichtiger sei es, die Missstände an der Wurzel anzugehen und so endgültig aus dem Weg zu räumen. Dazu sei es besonders erforderlich, Förderprogramme für junge Frauen zu gestalten, in denen sie gezielt auf Arbeit in Führungspositionen vorbereitet und ihnen die nötige Durchsetzungsfähigkeit und angemessenes Selbstvertrauen vermittelt werden.

„Auch gilt es besonders Überzeugungsarbeit in der Gesellschaft zu leisten, um veraltete Rollenbilder endgültig aus den Köpfen der Menschen zu verdammen. Es wird Zeit, dass die Vorstellung vom typischen „Frauen — oder Männerberuf“ endlich einem neuen, toleranten und offenen Geschlechterverständnis weicht“, so Schütze abschließend.