Nach den jüngsten Vorgängen um die Großspende der „Victors AG“, die lediglich 6 Wochen vor der Landtagswahl erfolgte, wächst auch bei der Grünen Jugend Saar der Wunsch nach einer parteiinternen, lückenlosen Aufklärung der Vorgänge. Besonders bezeichnend für die Informationspolitik sei hierbei, dass Claudia Willger-Lambert als gleichberechtigte Vorsitzende nicht in die Spenden eingeweiht wurde. Nicht vom Landesvorsitzenden Hubert Ulrich, sondern aus der Presse hätten auch führenden Mitglieder des Landesvorstandes von der Spendenhöhe erfahren müssen. Dabei sei völlig unverständlich, wieso manche Führungsmitglieder auch noch froh über ihre Unwissenheit sind.

„Die Grünen wollten immer eine Alternative zu den anderen Parteien darstellen. Werte wie Basisdemokratie und Transparenz sind für uns sehr wichtig. Daher ist es für uns unverständlich, wieso nur ein ausgewählter Personenkreis von den Spenden erfahren hat. Es liegt der Verdacht nahe, dass eine Person wie Hubert Ulrich schalten und walten kann, ohne dem Landesvorstand darüber Rechnung zu tragen.“ meint Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar. „Ein solches Verhalten ist indiskutabel und passt nicht ins Demokratieverständnis der Grünen. Die aktuellen Ereignisse erfordern unbedingt eine neue, breitgefächerte Diskussion in der Öffentlichkeit über die Finanzierung von Parteien durch Großspenden von Unternehmen und über die Art und Weise, wie dies an Mitglieder und Wählerschaft herangetragen werden müssen.“

Die Grüne Jugend Saar nimmt hierbei auch die Co-Vorsitzende Claudia Willger-Lambert in die Pflicht, die eigentlich auch das Verhalten ihres gleichberechtigten Kollegen Hubert Ulrich hinterfragen sollte. Es müsse Aufgabe eines Co-Vorsitzenden sein, über solche entscheidenden Dinge Bescheid zu wissen, denn ansonsten könne man die Partei nach außen nicht mit vollem Gewissen vertreten.