Zum heutigen Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erklärt Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar:

„Am 26. April 1986 explodierte das Restrisiko der Atomtechnologie. Es war nicht nur der GAU für die Menschen in der Ukraine und Weißrussland, deren Gesundheit und Lebenswelt zerstört wurden. Es war auch der GAU für jenen Machbarkeitswahn, der die Risiken der Atomenergie immer wieder herunter geredet und geleugnet hatte – bis die Strahlenwolke in den Tagen nach Tschernobyl Europa überzog.

Radioaktivität macht vor Grenzen nicht halt. Das AKW Cattenom wird dieses Jahr 24 Jahre alt und hat die Marke von 700 Störfällen und störfallähnlichen Vorkommnissen weit überschritten. Die Pannenserie hält an, erst kürzlich wurde ein Mitarbeiter einer externen Firma bei Wartungsarbeiten radioaktiv verstrahlt. Immer wieder rügt die französische Atomaufsicht Mängel bei der Anlagentechnik und der Handhabung von Sicherheitsbestimmungen. Und dennoch sollen die Reaktoren mindestens 40 Jahre lang laufen. Je älter der Komplex, umso maroder wird er, und die Gefahr, sie steht nicht still, sondern wächst mit jedem Tag. Wir fordern daher eine sofortige Stillegung des AKW Cattenom. Es muss Aufgabe der neuen saarländischen Landesregierung sein, sich mit Nachdruck für die Schließung des drittgrößten französischen Atommeilers einzusetzen.

Atomkraft ist und bleibt gefährlich. Sicher ist nur das Risiko. Wir brauchen eine Welt ohne Atomkraft und müssen deshalb all unser Know-how, unsere Kreativität in Strategien der Effizienz, des Einsparens und in alternative Energien setzen.“