Die Bundesregierung hat sich in koalitionsinternen Verhandlungen auf eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes geeinigt. Künftig soll Cannabis legal in der Medizin Anwendung finden dürfen.

Damit tut es Deutschland Holland und einigen Bundesstaaten der USA, wie beispielsweise Californien, gleich, wo die medizinische Verwendung von Haschisch bereits seit Jahren Gang und Gäbe ist.Doch schon 300 vor Christus war das Wissen um die heilenden Kräfte von Cannabis in China weit verbreitet. Dort fand die Pflanze vor allem bei der Therapie von Rheuma und Malaria Verwendung. Hier soll sie besonders im Bereich der Palliativ – Pflege Einsatz finden. Dazu wird ein Extrakt der Pflanze verwendet werden, welches dann auf Rezept in allen Apotheken erhaltbar sein soll. Die Grüne Jugend Saar begrüßt den Änderungsvorschlag und fordert Parlament und Bundesrat auf, dem Gesetzesentwurf zuzustimmen.

Hierzu Elisa Schütze, Sprecherin der Grünen Jugend Saar: „Eine Änderung im Betäubungsmittelgesetz sehen wir seit langer Zeit als notwendige Maßnahme an. Ganz besonders im Hospiz – Dienst kann den Patienten so viel Leid erspart werden. Dabei ist es unverantwortlich, wenn Patienten oder Ärzte versuchen müssen auf illegalem Wege an den von ihnen benötigten Stoff zu gelangen. Dies birgt viele Risiken in Bezug auf Reinheit und Sicherheit. Dabei ist die betäubende und schmerzlindernde Wirkung von Cannabis wissenschaftlich belegt und durch sorgsame Dosierung kann auch der negative Aspekt der Suchtgefahr ausgeschlossen werden. Weiterhin belegen Studien, dass Cannabis bei der Therapie von spastischen Anfällen hilfreich sein kann. Den Patienten fällt es dadurch leichter, die Muskelanspannungen zu kontrollieren. All diese Aspekte zusammen genommen, sehen wir einen ganz klaren Nutzen in der Legalisierung von Cannabis für die Medizinbranche.“

Die Grüne Jugend ergreift seit geraumer Zeit Position für eine Lockerung des Betäubungsmittelgesetzes in Bezug auf Cannabis. So wird die erlaubte Verwendung von Cannabis in der Medizin zwar als erster Schritt in die richtige Richtung begrüßt, langfristig sollte jedoch eine vollkommene Legalisierung des Konsums angestrebt werden. Vor allem legt der Verband Wert darauf, das Rauchen von Haschisch zu Entkriminalisieren. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Rauschwirkung von Haschisch gesundheitlich unbedenklicher als der Konsum von Alkohol. Diese Tatsache macht das Konsumverbot unverständlich und schreit förmlich nach Reformen.
Außerdem sieht die Grüne Jugend Saar es als sehr zwiespältige Angelegenheit an, dass der Staat das Recht haben soll, dem Bürger den Konsum von Drogen zu untersagen. Dadurch passiert ein Eingriff in die Freiheits – und Persönlichkeitsrechte des Einzelnen. Auch angesichts der Engpässe in finanzieller und personeller Hinsicht bei der Polizei stellt sich die Frage, ob man diese zusätzlich noch mit der strafrechtlichen Verfolgung von an sich eher friedfertigen Kiffern belasten sollte. Vielmehr wäre es sinnvoll, das Geld in frühzeitige Prävention und Aufklärung zu investieren.

Eine drogenfreie Welt gibt es nur in der Utopie mancher Politiker. Deswegen sehen wir die Aufgabe des Staates darin, den Drogenkonsum so sicher und sauber wie möglich zu gestalten, anstatt durch harte Gesetzgebung die Drogenszene in den unkontrollierbaren Untergrund zu verdrängen“, so Schütze abschließend.