Das europäische Parlament hat die EU weiten Tierversuchsrichtlinien überarbeitet. Von nun an, sollen Tierversuche nur dann durchgeführt werden, wenn es keine Alternativen gibt. Die Grüne Jugend Saar kritisiert diese Bestimmung. „Diese Formulierung erscheint uns als bewusst schwammig gewählt. So wird es für die Pharmazieunternehmen ein leichtes sein, auch weiterhin Tierversuche als „unabdingbar“ zu rechtfertigen!“, meint Elisa Schütze, Sprecherin der Grünen Jugend Saar. „Dabei gibt es mittlerweile eine Vielzahl an wissenschaftlichen Untersuchungen die besagen, dass Tierversuche zum Testen von Medikamenten für die Humanmedizin nicht geeignet sind. Sie haben lediglich eine Trefferquote von 50 %. Der Organismus vieler Tiere ähnelt dem unseren nur bedingt und garantiert so kein sicheres Testergebnis. Dafür sprechen die vielen Opfer von Arzneimittelnebenwirkungen, die es jährlich in Deutschland gibt. Viele der menschlichen Krankheiten kommen außerdem in der Tierwelt nicht vor. So wird ein Herzinfarkt bei Hunden zum Beispiel simuliert, indem eine Schlinge um das Herzkranzgesäß des Tieres gelegt und zugezogen wird.
Die dabei erzielten Reaktionen sind den Symptomen eines Herzinfarktes zwar ähnlich, sind jedoch nicht wirklich wissenschaftlich vergleichbar. Ein guter Beweis dafür, dass für den Menschen wichtige Medikamente bei Tierversuchen negative Ergebnisse erzielen ist zum Beispiel das altbewährte Mittel Aspirin. Hätte man sich bei dem Medikament auf Tierversuche gestützt, so gäbe es Aspirin heute wohl nicht. Bei vielen Tierarten ruft es aufgrund unterschiedlicher Stoffwechselgänge enorme Schäden hervor.“  Selbst in Fachkreisen weiß man von der Irrationalität mit der sich Pharmaunternehmen auf Tierversuche stützen. Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ macht sich gegen diese Art der Forschung stark. Da drängt sich die Frage auf, wieso krampfhaft an der überholten Methode der Tierversuche festgehalten wird, wenn selbst kompetente Mediziner deren Sinn anzweifeln.
Ein weiterer Kritikpunkt der  neuen Richtlinien ist die Regelung, dass einzelne EU – Staaten von nun an nicht mehr befugt sind, eigene, strengere Richtlinien zu verfassen. Dies sieht die Grüne Jugend Saar als schwerwiegende Fehlentscheidung an. „Es gibt keinen Grund, warum Länder, die mehr Wert auf Tierschutz legen, in ihren Bestrebungen abgebremst werden sollen. Mit diesem Gesetz wird Fortschritt eindeutig verhindert. Wenn jeder denselben laschen Bestimmungen obliegt, wird das Bestreben Fortschritte in dem Bereich zu erzielen sinken. Für die Länder ist das eine bequeme Regelung, für die Tiere eine folgenschwere Entscheidung“, so Schütze.

Neben den Tierversuchen im medizinischen Bereich wird bekannter weise ja vor allem im kosmetischen mit Tieren geforscht. Auch hier sieht die Grüne Jugend Saar Handlungsbedarf. „Als Konsument ist es kaum möglich zu erkennen, welche Produkte an Tieren getestet wurden und welche nicht. Nach eingehenden Recherchen im Internet stößt man eventuell auf Erkenntnisse, an dem Produkt selbst ist jedoch keine Kennzeichnung ersichtlich. Wir wünschen uns hier eine sichtbare Kennzeichnung am Produkt selbst. Ungefähr vergleichbar mit dem „Bio – Siegel“. Anhand dessen soll der Käufer erkennen können, welche Produkte auf Basis von Tierversuchen entwickelt wurden. Nur dann kann man sich bewusst gegen, oder für den Kauf des Produkts entscheiden. Es wird Zeit, dass in diesem Bereich mehr Transparenz einkehrt!“, erklärt Elisa Schütze abschließend.

Langfristig setzt sich die Grüne Jugend Saar für eine grundsätzliche Abschaffung der Tierversuche in der Kosmetikbranche ein. Auch sollen keine Versuche mehr durchgeführt werden dürfen, um Medikamente zu testen.
Lediglich in anderen alternativlosen Bereichen, wie dem Erlernen von Operationstechniken, sind Tierversuche akzeptabel. Allerdings ist hier in höchstem Maße darauf zu achten, dass dem Tier jedes vermeidbare Leiden erspart bleibt.