Am Wochenende fand in den USA die Weltmeisterschaft im Vielseitigkeitsreiten statt. Dabei müssen die Teilnehmer in den Disziplinen Dressur, Springen und Gelände eine Prüfung absolvieren. Besonders die Hindernisse beim Geländeritt stehen jedoch scharf in der Kritik.

Hierzu Elisa Schütze, Sprecherin der Grünen Jugend Saar: „Der grundlegende Unterschied zur herkömmlichen Springprüfung besteht zunächst darin, dass die Hindernisse nicht nachgeben. Dort sind meist Stangen aufgelegt, die auf Berührung des Pferdes hin, zu Boden fallen. Beim Geländeritt wird dagegen auf scheinbar natürliche Hindernisse zurückgegriffen. So müssen die Pferde als Hürde beispielsweise Hecken oder Baumstämme überwinden. Als wäre das nicht schon gefährlich genug für Tier und Mensch, werden die Hürden noch ganz besonders aufgearbeitet. So ist es nicht selten, dass hinter einer unübersichtlichen Hecke ein tiefer Wassergraben lauert, oder plötzlich ein Abhang kommt. Auch sehr beliebt sind steil abfallende Mauern, die wie aus dem Nichts mitten auf einer freien Fläche erscheinen. Vom Pferd ist in dem Moment ein hohes Maß an Flexibilität, Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit verlangt. Ein falscher Tritt, ein Sturz und schon könnte es ein für alle Mal heißen ‚Ende Gelände‘.

Immer wieder kommt es in Folge dessen zu schweren Verletzungen von Pferd und Reiter. Der letzte Fall passierte kurz vor der Weltmeisterschaft. Hierbei stürzte der Vielseitigkeitsreiter Sebastian Steiner und verunglückte tödlich. Sein Pferd überlebte den Vorfall. Oft ist aber auch das umgekehrte der Fall. So verstarb zuletzt im August bei den österreichischen Staatsmeisterschaften eines der Pferde während der Prüfung. Zwar wurde seit den 90er Jahren immer wieder Verbesserung für den Schutz der Tiere geschaffen, wie strenge tierärztliche Kontrollen, aber dennoch beweisen Vorfälle wie die eben genannten, dass der Sport nach wie vor höchst gefährlich ist.

Das Problem dahinter ist insbesondere, dass das Pferd keine Möglichkeit hat sich dem zu entziehen. Während der Reiter, wohl wissend um das große Risiko die Entscheidung zur Teilnahme trifft, ist das Pferd dem hilflos ausgeliefert. Hier müssen Tiere dafür leiden, dass Menschen ihren ersehnten Adrenalinkick ausleben können. Das ist ein untragbarer Zustand der den Respekt vor anderen Lebewesen missen lässt.

Die Grüne Jugend Saar fordert deshalb, endlich Schluss mit dieser Sportart zu machen und Geländeprüfungen ein für alle mal ad acta zu legen!“