Die Grüne Jugend Saar fordert die Landesregierung auf, zu prüfen, inwiefern eine Erhöhung der Anzahl an Schulpsychologen im Saarland realisierbar wäre. Momentan kommt hier auf circa 7200 Schüler lediglich ein Psychologe.

Im Bundesvergleich belegt das Saarland damit immerhin noch Platz vier, der Durchschnittswert liegt bei etwa 10000 Schülern pro Psychologe. Damit landet Deutschland im EU–Vergleich weit abgeschlagen auf dem letzten Platz hinter Österreich, wo immerhin zwei Psychologen auf 10000 Schüler kommen.

Laut des Berufsverbands deutscher Psychologen bräuchte in Deutschland jedoch etwa jeder fünfte Schüler psychologische Betreuung.
„Diese Zahlen sollten uns aufhorchen lassen. Es ist unmöglich bei einer solchen Unterbesetzung an Schulpsychologen den vorhandenen Bedarf zu decken. Dabei steigt von Jahr zu Jahr die Zahl derer, die psychologische Hilfe dringend benötigen würden. Depressionen, oder das Burn-Out-Syndrom sind für viele Schüler zu regelmäßigen Begleitern geworden“, meint Elisa Schütze, Sprecherin der Grünen Jugend Saar. „Man kann nicht auf der einen Seite die Anforderungen an die Schüler beständig hochschrauben, den Leistungsdruck steigern und die Freizeit einschränken, wenn man auf der anderen Seite nicht in der Lage ist, die dadurch entstehenden Probleme abzufangen. Insbesondere durch die Einführung von G8 wurden große Belastungen hervorgerufen, und eine Erhöhung der Schulpsychologenanzahl hätte unmittelbar erfolgen müssen.“

Die Weltgesundheitsorganisation hält 2500 Schüler pro Psychologen für einen angemessenen Wert. Die Herstellung solcher Verhältnisse liegt aufgrund der saarländischen Haushaltslage jedoch in weiter Ferne, dennoch sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man unter den gegebenen Umständen Verbesserungen herbeiführen könnte.

„Fest steht, dass man die steigende Zahl psychischer Erkrankungen bei Schülern nicht unbeachtet lassen darf. Die Frage ist allein, wie viel uns die Angelegenheit wert ist. Dabei sollten wir bedenken, dass eine Investition in psychologische Betreuung zugleich eine Investition in die Zukunft ist, denn nur wer psychisch gesund ist, kann später auf dem Arbeitsmarkt auch die gewünschte Leistung erbringen.

Wir fordern darum die Landesregierung auf, zu prüfen, inwiefern der saarländische Haushalt noch Kapazitäten bietet, um das Hilfsangebot zu erweitern“, so Schütze abschließend.