Am Wochenende fanden in Berlin der Bundesausschuss und der Frauenrat der Grünen Jugend statt. Nach einer Anreise mit allen Spezialitäten, die die Bahn zu bieten hat, kamen wir – Fabienne, Elisa und Philipp – am Berliner Hauptbahnhof an. In der Aussicht auf ein veganes Wochenende gönnten wir uns noch schnell eine Currywurst und machten uns auf den Weg zur Bundesgeschäftsstelle der Grünen Jugend.

Durchgefroren und müde waren wir überglücklich, als wir schließlich den Eingang fanden, was überhaupt eine bemerkenswerte Tatsache ist, wenn man bedenkt, dass Hausnummern in der Beschreibung auch bei mehrmaligem drehen und wenden einfach nicht zu finden waren.

Dann der Schock: Geschlossene Rollläden und weit und breit kein Grüne-Jugend-Mitglied. Dank Handy fanden wir heraus, dass man sich in der Geschäftsstelle der „Alten“ traf und nicht, wie es uns offensichtlich erschien, bei den Junggrünen.

“Ihr seid aus dem Saarland? Oha… mutig!”

Nach einigem Hin und Her kamen wir dann schlussendlich im Hostel an und wurden an der Rezeption von zwei Delegierten mit einem vielversprechenden: „Ihr seid aus dem Saarland? Oha… mutig!“, begrüßt. Das klang doch sehr einladend. Da war es selbstverständlich, dass wir beschwingt und fröhlich zu den restlichen Delegierten stießen.

Die Begrüßung war jedoch nicht so dramatisch, wie es die Randnotiz vermuten ließ. Bei einem Bierchen stiegen wir dann auch sofort in unser Lieblingsthema, Genderpolitik, ein. Eine gelöste Diskussion entstand, die erst ein Ende fand, als man Philipp unmissverständlich zu verstehen gab, dass er einfach nicht genug Fachwissen aufzuweisen habe, um die Debatte sinnvoll führen zu können – idealistischer Realismus ist eben nicht jedermanns Sache.

Am Samstag stiegen wir nach einem durch und durch veganen Frühstück in das eigentliche Programm des Bundesausschusses ein. Philipp und Fabienne hatten 21 Wahlgänge in vier Stunden zu bewältigen und Elisa vertrat das Saarland beim Frauenrat.

Meinungsaustausch auf angemessener Diskussionsebene

Die im Vorfeld ausgemalten schlimmsten Erfahrungen blieben ihr dort erspart. Auch wenn wir in der Debatte kein Stück weiter gekommen sind, war es doch eine positive Erfahrung, zu sehen, dass der Meinungsaustausch auf einer angemessenen Diskussionsebene möglich war.

Abends um neun waren wir dann fertig und schlossen die Versammlung mit Nudelsalat und Tee.