Viele Menschen scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass Tiere gequält, für kosmetische Versuche benutzt und ausgebeutet werden – eine traurige und bittere Wahrheit, die gerne Verdrängt wird.

Das Thema Tierschutz geriet in letzter Zeit mal wieder in Vergessenheit – sieht man mal von dem jüngsten Video der Peta über die Zustände auf einer chinesischen Pelztierfarm ab.

Viele Menschen scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass Tiere gequält, für kosmetische Versuche benutzt und ausgebeutet werden – eine traurige und bittere Wahrheit, die gerne verdrängt wird. Denn Tierschutz ist immer noch ein aktuelles Thema.

Tierversuche für die „Medizin“

Tierversuche sind das „klassische“ Thema der Tierschützer und für viele scheint aus eben diesem Grund kein großes Interesse mehr daran zu bestehen.

Dabei ist eine positive Entwicklung in den letzten Jahren kaum erkennbar. Zwar hat die EU 2004 ein Gesetz beschlossen, das Tierversuche für kosmetische Endprodukte verbietet, jedoch bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel.

Viele Kosmetikfirmen melden ihre Produkte nun als Medizin an, um ihre Versuche weiterhin durchführen zu können. Ein Beispiel dafür ist Botox, das heute von drei verschiedenen Pharmafirmen in Deutschland mit Tierversuchen getestet wird, legal natürlich.

Funktioniert die Methode der Medizin-Anmeldung nicht, greifen die Pharmafirmen auf Geschäftspartner außerhalb der EU zurück, die die Tierversuche übernehmen. Ein Hoffnungsschimmer schien es im letzten Jahr in Form einer neuen Regelung zu geben, die nun auch Tierversuche für die Herstellung kosmetischer Inhaltsstoffe verbietet. Leider weist auch dieses Gesetz viele Schlupflöcher, Ausnahmeregelungen und Ungenauigkeiten auf, die den Firmen weiterhin genügend Möglichkeiten zur Tierquälerei bieten.

Uneinigkeiten im Pelzgeschäft

Auch das Pelzgeschäft boomt weiterhin ohne sichtbares Ende. Zwar ziehen sich immer mehr Prominente für den guten Zweck aus, jedoch dienen diese – unzweifelhaft tollen Gesten – mehr dem Image und der Werbung. Denn: Pelzmäntel und Accessoires gelten in der High Society immer noch als Statussymbole. Es scheint nicht zu interessieren wie viele tote Tiere man auf der Haut trägt, sondern zu demonstrieren, welcher Designer das gute Stück entworfen hat.

Eine erfreuliche Entwicklung ist jedoch in Sicht: Karl Lagerfeld und ein Dutzend weiterer Designer starteten im letzten Jahr eine Kampagne gegen echten Pelz und für die Verwendung von Kunstpelz in ihren jeweiligen Kollektionen. „Inzwischen sei der Kunstpelz so gut verarbeitet, dass man eigentlich keinen Unterschied erkennen könne“, so Karl Lagerfeld. Dieser Meinung sind inzwischen auch viele Prominente. In Hollywood ist es angesagter einen „Fake Fur“ zu tragen, als echten Pelz. Schließlich läuft man sonst Gefahr zur „Worst Dressed Person“ ernannt zu werden und es stellt sich die Frage, wer diesen Titel gerne trägt – Außer Catherine Zeta-Jones vielleicht, die dieses Jahr die „Ehre“ hatte, sich aber gelassen gab und äußerte, dass ein echter Pelz in jeden Kleiderschrank gehöre.

Auch Heidi Klum, die 2008 zur „Worst Dressed Person“ gewählt wurde, sah keinen Anlass, ihre Vorliebe für echten Pelz abzulegen.

Positiv ist jedoch, dass die Zahl der Prominenten, die sich gegen die Mode auf Kosten der Tierquälerei einsetzen steigt – auch in Hollywood.

Die versteckten Quälereien

Ein weiterer Aspekt beim Thema Tierschutz ist die Tierhaltung im Zirkus, im Zoo und auch im Eigenheim. Überall steigt die Zahl der Misshandlungen und Unterbringungen in unzumutbaren Zuständen. Dass im Zirkus das Wohl der Tiere ganz hinten angestellt ist, etwas Altbekanntes – und für viele Menschen leider etwas ganz normales. Die Dressur erfolgt oft unter Quälerei und Unterernährung, die Tourneen erleben viele Tiere nur ein einziges Mal. Besonders im Fokus ist momentan auch die Heimtierhaltung, da vermehrt ein Heimtierschutzgesetz gefordert wird. Vor allem die Zucht und der Verkauf von Heimtieren stehen hierbei im Mittelpunkt der Kritik. Es ist erschreckend wie Tiere, besonders in den sogenannten Zoofachhandlungen gehalten und verkaufsgerecht präsentiert werden: In Glaskäfigen ohne Rückzugsmöglichkeiten und mit enormer Lärmkulisse von außerhalb.

Aus diesem Grund sind die Jungtiere von Anfang an verstört und werden somit auch oft in Tierheimen wieder abgegeben.

Was tun?

Es gibt vielerlei Möglichkeiten, um im Namen der Tiere aktiv zu werden, auch ohne diversen Organisationen und Vereinen beizutreten.

Auf vielen Artikeln, seien es nun Kosmetika oder ähnliches, ist inzwischen angegeben ob das Produkt an Tieren getestet wurde. Ein Gesetz zur Vorschrift solcher Angaben ist in Planung, die Durchführung jedoch fraglich.

Bei Kauf und Haltung von Heimtieren hat jeder von uns den meisten Raum um aktiv die Tiere zu unterstützen, artgerechte Haltung und gut geführte Zoohandlungen sind die Basis für glückliche Haustiere.

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Verfasst von Fabienne Franz – sie ist Mitglied des Landesvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen Saar und der Grünen Jugend Saar.