Wieder einmal sorgt der Übergriff eines Kampfhundes auf ein Kind in Köln für Schlagzeilen. Und wieder einmal ereifern sich Medien und Privatleute über die Boshaftigkeit und Blutgier des Tieres. Dabei trägt der Hund die geringste Schuld an dem Ereignis. Der wahre Übeltäter ist der Besitzer. Wissend um die Verantwortung, die die Haltung eines Kampfhundes mit sich bringt, hat er es nicht geschafft, den Hund angemessen zu erziehen und durch konsequentes und professionelles Training die Instinkte des Tieres zu unterdrücken.

„Es gibt viele Beispiele die belegen, dass ein Kampfhund nicht grundsätzlich böse ist. Der springende Punkt ist einfach die konsequente Erziehung vom Welpenalter an!“, meint Elisa Schütze, Sprecherin der Grünen Jugend Saar. „Ein Wesenstest für Kampfhunde, wie er in einigen Bundesländern Pflicht ist, gibt zwar punktuell Auskunft über die Gefahr die von einem bestimmten Tier ausgehen könnte, hilft aber in keinster Weise dabei, zukünftig Vorkommnisse wie zuletzt in Köln zu verhindern.“

Die Grüne Jugend Saar spricht sich aus diesem Grund für eine „Hundeschulenpflicht“ für Kampfhundebesitzer aus. Dadurch sollen dem Besitzer wichtige Grundkenntnisse der Hundeerziehung vermittelt, und ihm Ratschläge und professionelle Hilfe mit auf den Weg gegeben werden.
In  jedem Landkreis soll dazu mindestens eine Hundeschule Partner der zuständigen Behörden werden. Diese muss sich durch besondere Qualifikationen bei der Ausbildung von Kampfhunden auszeichnen.
Will nun ein Hundebesitzer seinen Kampfhund auf dem Amt anmelden, so muss er zeitgleich eine Anmeldung bei der autorisierten Hundeschule vorlegen und verpflichtet sich, dort regelmäßig, über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr, Trainingsstunden zu besuchen. Wird der Hund während dieser Zeit auffällig, oder zeigt der Besitzer einen Mangel an Wissen über die Erziehung des Hundes, ist der Hundetrainer berechtigt, beim Amt einen Antrag auf Verlängerung der Trainingszeit zu stellen.

„Mit diesem Vorschlag wollen wir nachhaltig die Sicherheit im Umgang mit Kampfhunden verbessern und so erreichen, dass künftig Übergriffe durch Kampfhunde der Vergangenheit angehören werden.
Ein Großteil dieser Vorkommnisse beruht auf menschlichem Versagen. Es wird Zeit, dass sich Hundehalter ihrer Verantwortung bewusst werden und lernen damit umzugehen. Auch gehen wir davon aus, dass durch diese Maßnahme Menschen, die einen Kampfhund als reines Statussymbol halten wollen davon abgeschreckt werden, weil sie nun Zeit und Geld in eine intensive Ausbildung investieren müssten. Wer sich dennoch für die Haltung eines Kampfhundes entscheidet wird dies bewusst tun, und ist bereit, sich intensivem Training hinzugeben und dem Tier die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen“, so Schütze abschließend.