Die Grüne Jugend Saar ruft zur vermehrten Nutzung des ÖPNVs auf. Nur so könne man die Umwelt nachhaltig schützen. Der neue „Biosprit“ SuperE10 hingegen ist keine wirksame Maßnahmen zum Spritsparen und auch ökologisch unsinnig. Auch die Preispolitik der Ölkonzerne kritisiert die Grüne Jugend scharf.

Hierzu Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar: „Um genügend Ethanol für Biosprit zu liefern, reicht der deutsche Pflanzenanbau schon lange nicht aus, 20 bis 30 Prozent des Ethanols müssen bereits heute importiert werden. Es ist zudem auch klimapolitisch nicht vertretbar, Regenwald in Brasilien oder Indonesien für Soja oder Palmöl abzuholzen, damit wir in Deutschland weniger Mineralöl im Verkehr verbrauchen. Wir brauchen kein fragwürdiges ökologisches Feigenblatt für Spritfresser, sondern wirksame Maßnahmen zum Spritsparen und eine Verkehrswende, die tatsächlich im Sinne des Klimas wirkt. E10 ist zudem teurer als normales Benzin und steigert den Spritverbrauch insgesamt sogar um zwei bis drei Prozent, da Ethanol eine geringere Energiedichte aufweist.“

Viele Autofahrer müssen auch in Zukunft auf Sprit mit der herkömmlichen Beimischung von 5% Ethanol zurückgreifen, da zumeist ältere Autos den neuen Sprit nicht verkraften. Gesetzlich sind die Ölkonzerne dazu verpflichtet, diesen Sprit vorrätig zu halten, jedoch wird aus Platzgründen das alte Super-Benzin verdrängt werden. Viele Autofahrer werden dadurch gezwungen, das wesentlich teurere Super-Plus zu tanken, da dieses in Zukunft als Schutzsorte angeboten wird.

„Das Verhalten der Ölkonzerne ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen Autofahrer, die nicht E10 tanken können. Mit fragwürdigen Methoden soll der maximale Gewinn erzielt werden. Längerfristig müssen wir uns aus der Umklammerung der Ölkonzerne lösen. Dies gelingt nur, wenn wir die alternative Antriebstechnologien wie den Elektromotor nachhaltig auch auf lokaler und regionaler Ebene fördern. Bis dahin sollte man das Auto so oft es geht stehen lassen und den ÖPNV nutzen.“, so Comtesse abschließend.