Die Atom-Katastrophe in Japan hält derzeit die ganze Welt in Atem. Selbst überzeugte Atomkraftbefürworter beginnen nun ihre Position zu überdenken und äußern sich erstmals kritisch. Rufe nach dem sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie werden laut und viele Menschen werden durch die aktuelle Debatte politisiert und motiviert, erstmals Stellung zu beziehen.

Doch alles reden nützt nichts, wenn dem keine Taten folgen. Und hier stehen wir vor einem großen Problem. Selbst wenn Deutschland sich entscheiden sollte, sofort aus der Atomenergie auszusteigen, gibt es in den Ländern rund um die Bundesrepublik nach wie vor Reaktoren. Keine 20 Kilometer von der saarländischen Grenze entfernt liegt zum Beispiel das französische Atomkraftwerk Cattenom, das immer wieder durch gefährliche Störfalle von sich reden macht.
Auf die Abschaltung dieses Reaktors können wir jedoch keinen Einfluss ausüben, auch wenn wir von den Folgen eines GAUs unmittelbar betroffen wären.

Elisa Schütze, Sprecherin der Grünen Jugend Saar erklärt dazu: „Atomare Strahlung lässt sich nicht von Landesgrenzen aufhalten. Ein Störfall in einem Atomkraftwerk hat für alle umliegenden Länder schwerwiegende Folgen. Daher ist es unverständlich, wieso die EU ausgerechnet in dieser Sache kaum Kompetenzen besitzt. Ihr obliegt lediglich die Festlegung minimaler Sicherheitsstandards für die Reaktoren. Dabei wäre es gerade in diesen Tagen wichtig, als europäische Gemeinschaft aufzutreten und gemeinsam den Ausstieg aus der Atomenergie zu beschließen. Länder wie Frankreich, die sich bislang enttäuschend belehrungsresistent zeigen, könnten so zum Handeln gezwungen werden und der Weg für eine atomfreie europäische Union würde geebnet. Es ist darum dringend notwendig, der EU in der Atompolitik mehr Kompetenzen einzuräumen. Wir fordern die grünen Europa-Abgeordneten daher auf, sich im Parlament für eine europaweit einheitliche Lösung bei der Frage um Laufzeitverlängerungen einzusetzen und uns so aus der Ohnmacht nicht auf andere Staaten einwirken zu können, herauszuholen.“