Die Grüne Jugend Saar schaltet sich in die aktuelle Debatte um das christliche Kreuz in Klassenzimmern ein. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte im März entschieden, dass das Anbringen von Kreuzen im Klassenraum legitim sei und nicht gegen das Recht auf Religionsfreiheit verstoße. Ob dies erlaubt wird, fällt in den Beurteilungsspielraum der Staaten. Die jungen Grünen im Saarland sind gegen religiöse Symbole in Klassenzimmern. Das Urteil des EGMR gehe daher in die falsche Richtung. Hierzu Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar:

„Ein christliches Kreuz im Klassenzimmer verletzt die Religionsfreiheit der Schüler und ist nicht mehr zeitgemäß. Der Staat muss besonders an Schulen einen neutralen Standpunkt in Bezug auf Religion einnehmen, um jedem Schüler in seiner eigenen Religionsausübung freie Wahl zu lassen. Das christliche Kreuz ist darüberhinaus kein kulturelles Symbol und kein überreligiöses Symbol für Humanität oder Barmherzigkeit. Es ist vielmehr das Symbol einer spezifischen Religion. Wir wollen in Deutschland jedoch eben keine christliche Leitkultur, sondern setzen uns dafür ein, dass alle Religionen gleiche Beachtung finden. Gerade die religiöse Neutralität des Staates würde einen entschiedenen Beitrag zur Religionsfreiheit liefern. Wir fordern daher zum Abhängen der Kreuze in den Klassenräumen auf und wollen eine Debatte anstoßen, inder wir den starken und nicht mehr zeitgemäßen Einfluss der Religionen und der Kirche, sowohl auf die Gesetzgebung als auch auf die Verwaltung hinterfragen wollen.“