Die Grüne Jugend Saar fordert die saarländische Landesregierung auf, das Tanzverbot am Karfreitag abzuschaffen. Nach dem saarländischen Feiertagsgesetz herrscht von Gründonnerstag, vier Uhr, bis Karsamstag, 24 Uhr, ein generelles Tanzverbot. Die Grüne Jugend Saar kritisiert das Gesetz als unzeitgemäß. Hierzu Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar:

„Die aktuelle Gesetzeslage geht zu weit und entspricht schon lange nicht mehr der gesellschaftlichen Realität. Es kann nicht sein, dass eine Religionsgemeinschaft der gesamten Gesellschaft vorschreiben kann, wie sie sich an bestimmten Tagen zu verhalten hat. Immer weniger Menschen gehören einer der christlichen Kirchen an, daher halten wir eine solche Regelung im Feiertagsgesetz für absurd und überflüssig. Unsere Gesellschaft ist nicht nur christlich geprägt, sondern vielseitig, auch durch anderen Weltanschauungen. Viele, besonders junge Menschen sind überhaupt nicht gläubig. Es kann daher nicht Aufgabe des Staates sein, die Einhaltung christlicher Bräuche durch empfindliche Geldstrafen für die Diskothekenbetreiber durchzusetzen.

Selbstverständlich sind Respekt und Achtung gegenüber religiösen Bräuchen und Gefühlen wichtige Grundsätze einer pluralistischen und multikulturellen Gesellschaft. Die Religionsfreiheit ist jedoch allein dadurch, dass Menschen an bestimmten Orten Lust zum Tanzen haben, nicht eingeschränkt. Diejenigen, die an diesen Tagen ihre Religion ausüben wollen oder sich durch feiernde Menschen religiös verletzt fühlen, können ja einfach von den Tanzveranstaltungen fern bleiben. Wir halten die aktuelle Gesetzeslage für überholt und fordern zu einem Umdenken auf. Jeder soll den Karfreitag nach seiner Weltanschauung begehen.“