Die Grüne Jugend Saar und CampusGrün Saar fordern das Wirtschafts – und Wissenschaftsministerium auf, die Zustände am Homburger Campus der Universität des Saarlandes erheblich zu verbessern. Seit je her gibt es dort große Probleme mit den Kapazitäten. Diese werden nun noch dadurch verschärft, dass die Uni in jüngster Zeit stets 60 Studierende mehr pro Semester aufgenommen hat, als eigentlich Plätze zur Verfügung stehen. Es kommt zu überfüllten Hörsälen, Studierende und Professoren sind zunehmend gestresst und die Qualität der Hochschule sinkt.

Patrick Schuster, Sprecher von CampusGrün erklärt dazu: „Für Medizinstudenten im Erstsemester gibt es derzeit keinen Hörsaal, der ausreichend Platz für alle bietet. Dazu kommt, dass nun auch noch drei der Hörsäle abgerissen werden sollen. Geplant ist, sie durch ein anderes Gebäude mit größeren Räumlichkeiten zu ersetzen. Doch die Arbeiten an dem Neubau stehen seit geraumer Zeit still, so dass sich die Lage nach dem Abriss der alten Gebäude verschärfen, und es zu einer Durstphase mit noch größeren Engpässen bei den Hörsälen kommen wird. Doch nicht nur die räumlichen Gegebenheiten am Campus lassen zu wünschen übrig. Auch bei den Materialien oder der Ausstattung der Bibliothek stellen wir große Defizite fest.“ Die Liste lässt sich nach Belieben verlängern. So gibt es auch bei den Seminar- und Laborräumen Probleme mit den Kapazitäten. Auch hier sprengt die Anzahl an Studenten die räumlichen Voraussetzungen. Philipp Baldeweg, Mitglied im Landesvorstand der Grünen Jugend Saar berichtet aus eigener Erfahrung: „Für die Teilnehmer des Anatomiekurses sind die überfüllten Räumen eine echte Gefahr. Hier wird mit scharfen Gegenständen wie Skalpellen gearbeitet und es wäre dringend erforderlich, dass die Teilnehmer ausreichend Sicherheitsabstand zum Nebenmann haben. Dieser kann jedoch aufgrund der räumlichen Kapazitäten nicht eingehalten werden. Wenn das Wissenschaftsministerium nichts gegen diese desaströse Lage unternimmt, müssen wir davon ausgehen, dass kleinere Verletzungen bei Studierenden bewusst in Kauf genommen werden, um die Finanzen des Landes zu schonen!“

Die Grüne Jugend Saar und CampusGrün Saar wundern sich über diese Haltung und fordern den Minister Christoph Hartmann auf, dringend den Bau der neuen Hörsäle auf dem Campus voranzutreiben und weitere Gelder zum Ausbau der Laborsäle bereit zu stellen. Nur so kann qualitativ hochwertiges, angenehmes und sicheres Lernen gewährleistet werden und darauf sollte der Wissenschaftsminister eigentlich selbst großen Wert legen. Außerdem ist ein dringendes Umdenken bei der Kapazitätsberechnung notwendig: Es kann nicht sein, dass das saarländische Verwaltungsgericht massiv Studierende für das Medizinstudium zulässt, obwohl die Kapazitäten offensichtlich nicht vorhanden sind. Hier gibt es eine Diskrepanz zwischen der theoretischen und praktischen Kapazität.