Die Grüne Jugend Saar sieht die Schließung des deutschsprachigen Filmportals kino.to kritisch. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt zurzeit gegen 21 Personen unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und Verstoßes gegen das Urheberrecht. In den vergangenen Tagen wurden in mehreren deutschen Städten, darunter Saarbrücken, Razzien durchgeführt und mehrere Personen festgenommen. Über das Internetportal kino.to konnten Serien und Spielfilme kostenfrei als Streamingdienst abgerufen werden. Täglich verzeichnete die Webseite rund vier Millionen Klicks.

„Die Schließung des Filmportals kino.to ist ein Schlag ins Wasser. Kino.to war nur eine Angebot von vielen in dieser Art. Anstatt die Ursachen hinreichend anzugehen, wurde nur eines der Symptome eliminiert. Schon bald wird es etliche Nachfolgewebseiten geben.“, meint Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar. „In Amerika gibt es Streamingangebote wie Netflix und Hulu, die preiswertes oder kostenfreies Anschauen von aktuellen Serien und Filmen ermöglichen. Der deutsche Markt ist von diesen Angeboten bisher kategorisch ausgesperrt. Der Fall um kino.to zeigt, dass die Nachfrage nach einem solchen Produkt vorhanden ist. Der Erfolg von Plattformen wie iTunes zeigt die legalen Möglichkeiten zur Gewinnerzielung im Internet. Die Filmindustrie sollte den Wettbewerb im Internet annehmen, anstatt Millionen von Internetnutzern als Kriminelle abzustempeln.“

Die Grüne Jugend Saar fordert insbesonders die Lobbyvereinigung „Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.“ (GVU) auf, in Zukunft die Abmahnungswelle gegen private Internetnutzer einzustellen. Natürlich lehnen die jungen Grünen aber jede Urheberrechtsverletzungen ab. „Angebote wie Hulu müssen auch für den deutschen Markt geöffnet werden. Die großen Medienkonzerne müssen sich insbesondere im Bereich der internationalen Verwertungsrechte endlich dem digitalen Zeitalter anpassen und gemeinsam große Streamingplattformen bereitstellen. Nur so kann man langfristig einem illegalen kostenfreien Angebot entgegentreten.“, so Comtesse abschließend.