Verband fordert Kulturflat und Zulassung homo- und bisexueller Männer zur Blutspende

Die Grüne Jugend Saar hat am Sonntag in Saarbrücken einen neuen Landesvorstand gewählt. Die Landesmitgliederversammlung wählte Lisa Becker mit großer Mehrheit zur Sprecherin des Landesverbandes. Sie tritt die Nachfolge von Elisa Schütze an, die in den letzten beiden Jahren die Geschicke der Grünen Jugend Saar gemeinsam mit Thorsten Comtesse als Sprecherduo leitete. Thorsten Comtesse wurde am Sonntag erneut im Amt des Sprechers bestätigt. Zum politischen Geschäftsführer wurde Lukas Paltz gewählt. Organisatorischer Geschäftsführer wurde Yannick Pfister. Zum Schatzmeister ernannte die Versammlung Andreas Hemmerling. Der Landesvorstand wird durch die BeisitzerInnen Anna Uhl, Diana Petri, Thomas Steimer und Manuel Nicklaus vervollständigt.

Inhaltlich wurde ein Leitantrag verabschiedet, der sich mit der Einführung einer Kulturflat befasst. Hierzu Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar: „Das Urheberrecht muss sich dem technischen Fortschritt anpassen. Internetportale wie kino.to, Filesharingdienste und OneClickHoster zeigen auf, dass Urheberrechte im Internet nicht zu kontrollieren sind. Auch die Schließung einzelner Portale kann den freien Datenstrom im Internet nicht verhindern. Wir fordern daher zu einem generellen Umdenken auf. Zukünftig sollen BürgerInnen freien und legalen Zugang zu allen kulturellen Gütern im Netz haben. Möglich wird dies durch einen Pauschalbetrag, der verpflichtend und sozial verträglich gezahlt werden muss. Wenn man bedenkt, wieviele Lieder heute illegal und ohne Profit für die Künstler gedownloaded werden, wird deutlich, wie revolutionär eine solche Idee ist. Die genaue Ausführung dieses Konzeptes wird von uns in einer Arbeitsgemeinschaft erarbeitet werden. Aktuell ist besonders der Verteilungsmodus der Gelder und die internationalen Bedeutung dieses Konzeptes noch nicht spruchreif. Wir halten die Einführung einer Kulturflat aber langfristig für sinnvoll.“

Die Grüne Jugend Saar spricht sich in einem weiteren Antrag für die Abschaffung des Blutspendeverbots für Schwule aus. Dieser Antrag wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Lisa Becker, Sprecherin der Grünen Jugend Saar erläutert: „Ein genereller Ausschluss von Männern, die Sex mit anderen Männern haben, ist diskriminierend. Dieser Ausschluss verkennt, dass es homo- und bisexuelle Männer gibt, die Safer Sex praktizieren oder monogam leben und von denen de facto kein höheres Risiko als von anderen SpenderInnen ausgeht. Nur weil ein Mensch homo- oder bisexuell ist, legt er nicht weniger Wert auf seine Gesundheit und Safer Sex als ein heterosexueller Mensch. Dies ist ein völlig veraltetes Klischee. Die deutsche Ärztekammer pauschalisiert alle homosexuellen Männer als Risikogruppe, ignoriert zudem hierbei noch, dass auch viele heterosexuelle Menschen Lebensstille mit wechselnden Partnern praktizieren. Eine mögliche Infektion mit HIV/Aids kann durch neue Testverfahren ohnehin immer sicherer und schneller festgestellt werden. Für uns als Grüne Jugend gibt es keine Gründe, die eine solche Diskriminierung weiterhin rechtfertigen, wir fordern daher die sofortige Zulassung von homo- und bisexuellen Männern zur Blutspende.“