Die Grüne Jugend Saar ruft zur Unterstützung des Yasuni-ITT-Projektes auf. 2007 hat die ecuadorianische Regierung eine bahnbrechende Idee der Zivilgesellschaft aufgegriffen und verkündet, dass sie auf Öl-Bohrungen im ITT-Gebiet im Yasuni-Nationalpark verzichtet, wenn die Staatengemeinschaft die Hälfte der erwarteten Erlöse aus den Ölverkäufen dem ecuadorianischen Staat finanziert. Das Yasuni-ITT-Projekt, welches sich der derzeitigen Wirtschaftslogik entziehen will, Öl im Boden lässt und Biodiversität und das Klima direkt schützen würde, wird von dem wildgewordenen FDP-Minister Dirk Niebel torpediert. Die Koalition blockiert die Freigabe der benötigten und von der Schwarz-Roten Regierungskoalition einst zugesagten 40-50 Millionen Euro. Das Yasuni-ITT-Projekt hat eine festgelegte Deadline. Sollten bis zum 21.12.2011 nicht 100 Millionen Dollar auf dem von den Vereinten Nationen eingerichteten Treuhandkonto eingegangen sein, rollen die Bagger in den Nationalpark. Am 10.11.2011 wird der Haushaltsausschuss über 50 Mio € für „Biodiversitätsschutz“ beraten. Hierzu Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar:

„Der Haushaltsausschuss wird in dieser Woche über Gelder zum Themenbereich Biodiversität beraten. Wir fordern die Mitgliedern des Ausschusses und auch insbesonders den saarländischen Bundestagsabgeordneten Alexander Funk (CDU) auf, die Gelder nicht zu sperren, sondern in Yasuni umzuleiten. Der HH-Ausschuss würde damit direkt agieren und Niebels Ministerium umgehen. Nur so können wir das Yasuni-Projekt trotz FDP-Blockade zu einem positiven Ende führen. Die Yasuni-Initiative ist ökologisch, ökonomisch und sozial. Die Nichtförderung des Öls, der dadurch geschützte Regenwald und der ökologische Umbau der Landwirtschaft, Energiegewinnung und Industrie sind wirksame Maßnahmen zum Schutz der Umwelt. Ökonomisch sinnvoll ist der wirtschaftliche Umbau, der durch den Fond realisiert werden soll. Er macht Ecuador unabhängiger von Exporteinnahmen aus fossilen Rohstoffen, die meist in anderen Ländern veredelt werden und somit keine Wertschöpfung im eigenen Land bedeuten. Der konsequente Ausbau der ökologischen Landwirtschaft bedeutet neue Chancen für kleinere landwirtschaftliche Betriebe, wodurch Großkonzerne weniger Einfluss besitzen und die Existenzsicherung dieser FarmerInnen sichergestellt ist. Die Yasuni-Initiative stellt den weltweiten Raubbau an der Natur zur Förderung fossiler Rohstoffe in Frage. Wir brauchen dringend einen Paradigmenwechsel in dieser Frage und fordern daher die Mitglieder des Haushaltsausschusses zum Handeln für Yasuni auf! Deutschland muss mit gutem Beispiel vorangehen, seine Führungsrolle im Waldschutz verstärken und andere Geber motivieren.“