Ginge es nach der Schüler Union im St. Wendeler Land müsste man diese Frage bald mit Ja beantworten. In einer aktuellen Stellungnahme fordert der CDU Nachwuchs die Abschaffung der musischen Fächer Kunst und Musik als Pflichtfächer. Die Grüne Jugend Saar lehnt diesen Vorschlag entschieden ab.

Hierzu Thomas Steimer, Bildungspolitischer Sprecher der GJ Saar: „ Die Argumentation der Schülerunion ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar. Sicherlich gibt es Schüler, deren Lieblingsfächer nicht Musik oder Kunst sind. Dennoch rechtfertigt diese Tatsache nicht gänzlich auf diese Fächer verzichten zu wollen. Sowohl im Bereich der weiterführenden Schulen als auch im Primarbereich bilden diese Fächer einen wichtigen Baustein zu einer ganzheitlichen Erziehung und Wissensbildung unserer Kinder. Ein rein kognitives Lernen, welches sich auf reines Faktenwissen beschränkt, ist hierzu sicherlich nicht dienlich. Allen Schülern muss die Möglichkeit gegeben werden ein musisches und künstlerisches Gespür zu entwickeln. So wird z.B. u.a. die Feinmotorik geschult. Musik und Kunst können dazu beitragen Empathie zu entwickeln und gerade schwächeren Schülern dabei helfen sich auszudrücken, darzustellen und Emotionen zu zeigen.“

Die Grüne Jugend Saar unterstützt ausdrücklich die Meinung des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV), dass es „nicht förderlich sei in der 5. Klasse schon berufsbildnerisch tätig zu sein.“ Die Forderung musische Fächer auf Grund ihrer angeblichen Irrelevanz für das spätere Berufsleben als ein freiwilliges Nachmittagsangebot anzubieten ist daher nicht tragbar. „Es bestehen starke Bedenken“, so Steimer abschließend, „ob diese Angebote von vielen Schülern wahrgenommen werden. Bildung in Musik und Kunst darf nicht zu einem Privileg der besserverdienenden Mittel- und Oberschicht werden, sondern muss auch Schülern aus sozial schwachen Familien zugänglich bleiben. Oftmals stellt der schulische Musik- und Kunstunterricht für diese Kinder die einzige Möglichkeit dar musikalisch, malerisch und gestalterisch aktiv zu werden, um so verborgene oder bereits entdeckte Fähigkeiten und Talente zu fördern.“