Die Grüne Jugend Saar hat den Vorstoß von Gesundheitsminister Storm (CDU) zum Alkoholverbot an Tankstellen und Kiosken kritisiert. Der Minister hatte als Reaktion auf die steigende Anzahl jugendlicher Komasäufer ein solches Verbot im Zeitraum von 22 bis 5 Uhr ins Gespräch gebracht. Die Grüne Jugend Saar lehnt eine solche Regelung als nicht zielführend ab. Hierzu Thorsten Comtesse, Sprecher der Grünen Jugend Saar:

„Das Alkoholverbot an Tankstellen und Kiosken macht keinen Sinn, da damit keine grundlegenden Probleme des Alkoholmissbrauchs bekämpft werden. Placebo-Politik nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“ ist keine nachhaltige Strategie, um einen mündigen Umgang mit Alkohol zu erreichen. Die Frage, wie der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wirksam eingedämmt wird, ist damit nicht beantwortet. Wer sich mutwillig betrinken will, schafft dies auch vor der Sperrzeit oder auf anderen Wegen. Statt einer sinnlosen Verbotsdebatte brauchen wir mehr Präventionsangebote und eine bessere Kontrolle und Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. Das Verbot ist jedenfalls nicht geeignet und schränkt auch solche Menschen ein, die vernünftig mit dem Konsum alkoholischer Getränke umgehen.“

Auch die Debatte um ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen sieht die Grüne Jugend kritisch. Comtesse: „Mit einem Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen werden alle Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht gestellt, denn Störungen der öffentlichen Ordnung sind nicht zwingend auf den Konsum von Alkohol zurückzuführen. Schon jetzt haben die Behörden genügend Möglichkeiten, vor Ort für Ruhe zu sorgen, zum Beispiel mit Platzverweisen.“