Im Saarland gab es aufgrund der äußerst restriktiven Regelungen noch nie ein erfolgreiches Volksbegehren und nur einen einzigen Volksentscheid, der bereits fast 60 Jahre (1955) zurückliegt. Seit der damaligen Eingliederung in die Bundesrepublik hat sich nicht viel getan, um die Hürden zu senken und den Bürgern die Mitsprache zu erleichtern.  Im Gegensatz dazu sind in Bundesländern wie Thüringen oder Hamburg  Volksbegehren ein erfolgreiches, erprobtes und bekanntes Mittel der Landespolitik, welches durch weniger restriktive Regelungen möglich ist.
In der Saarbrücker Zeitung stand es Schwarz auf Weiß, dass mit Ausnahme der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung und des Städtetags alle anderen sieben Sachverständigen der großen Koalition dringend Verbesserungen im Sinne einer weitergehenden Erleichterung von Volksentscheiden nahe legen würden. CDU und SPD griffen diese Vorschläge allerdings leider nicht auf, sondern ignorierten den Rat der Experten. („Experten rügen Koalitionspläne“ vom04.05.2013). Es wurden vielmehr neue Hürden geschaffen: Volksentscheide dürfen lediglich 0,3 Prozent Folgekosten des Landesetats betreffen und die Initiatoren müssen einen Kostenvoranschlag vorlegen. Es ist die Frage zu stellen, ob die Bürgervertreter verantwortungsvoller mit Geld umgehen, als die Bürger selbst. Wenn man einen Blick auf die Staatsverschuldungen wirft, ist eher das Gegenteil bewiesen.
„Die große Koalition sollte mehr Demokratie wagen und die Einbringung von Bürgern vereinfachen statt unterdrücken! Soll der Politiker doch den Bürger vertreten und nicht bevormunden“, so Lukas Jochum, bürgerrechtspolitischer Sprecher der Grünen Jugend Saar. „Außerdem ist es interessant, dass die Volks-Initiativen von Bürgern bereits ab einem Alter von 16 Jahren auf den Weg gebracht werden können, die CDU allerdings felsenfest ablehnt, dass  16-Jährige und 17-Jährige Wählen dürfen. Die CDU sollte endlich die Realität des 21. Jahrhunderts erkennen und verstehen.“