Die Sondierungsgespräche für Jamaika haben Sonntag Nacht ein Ende gefunden. Wochenlang haben vier Parteien mit starken inhaltlichen Differenzen versucht, Gemeinsamkeiten zu finden und Kompromisse zu schließen. Gerade beim effektiven Umwelt- und Klimaschutz als auch bei Fragen der sozialen Gerechtigkeit war es für die Grünen eine Herausforderung, Kernforderungen treu zu bleiben und dennoch konstruktiv zu verhandeln. Auch von der Union geforderten Asylrechtsverschärftungen und die Obergrenze machten die Unterschiede zu den Grünen deutlich. „Das öffentlich gewordene Zwischenergebnis wäre für uns als Grüne Jugend Saar wenig zufriedenstellend gewesen. Dennoch bedanken wir uns bei der Verhandlungsgruppe der Grünen, die staatstragend, konstruktiv und mit viel Durchhaltevermögen verhandelt hat und dabei viel mit der Basis kommuniziert hat“, erklärt Klara Sendelbach, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND SAAR.
Auch wenn zwar lobenswert ist, zu seinen Prinzipien zu stehen, hat die FDP ihren Ausstieg nur wenig mit inhaltlicher Kritik begründet. Auch der im Wahlkampf gezeigte Wille, Verantwortung zu übernehmen, war bei den Sondierungsgesprächen zu vermissen. Jeanne Dillschneider, ebenfalls Sprecherin der GRÜNEN JUGEND SAAR, ergänzt: „Trotzdem ist für uns klar, dass die Jamaika-Sondierungen eine Gratwanderung zwischen schmerzvollen Kompromissen und den Versprechen an die eigene Wählerschaft war.“
„Die jetzige Situation fordert alle Parteien heraus, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden, wieder über Inhalte zu streiten und unsere Demokratie zu beleben. Neuwahlen sind nicht alleine deswegen zu befürchten, weil sie die Rechten stärken könnte. Vielmehr gilt es nun für alle Parteien, sich stark aufzustellen. Im Falle von Neuwahlen wird die Grüne Jugend auch weiterhin für eine ökologische und solidarische Politik einstehen,“ so das Sprecherinnenduo.