Die Grüne Jugend Saar sieht das Konzept der Landesregierung zu den ab Montag geplanten Wiederöffnungen der Schulen kritisch. „Grundsätzlich halten wir die vorsichtige Wiederöffnung der Schulen für richtig, aber insbesondere das Konzept zur ab 11. Mai geplante Beschulung der 4. und 11. Klassen ist extrem problematisch“, so Nick Lohmann, Sprecher der Grünen Jugend Saar. „An vielen Schulen ist die geplante Beschulung in allen Fächern bei gleichzeitiger Einhaltung der Abstandsregeln organisatorisch nur schwer stemmbar. Besonders in den 4. Klassen ist es zudem schwierig die Einhaltung der Regeln dauerhaft zu kontrollieren. „, so Lohmann weiter. „Als besonders schwierig sehen wir aber das Festhalten an der Schulpflicht für die wiederbeschulten Jahrgänge. Zwar können Schüler*innen, die selbst oder deren direktes Umfeld Teil der Covid-19-Risikogruppe sind zwar vom Unterricht befreit werden, allerdings ist hierfür das Vorlegen eines ärztlichen Attestes nötig, was nur mit unnötiger Bürokratie verbunden ist und längst nicht alle vom Coronavirus besonders gefährdeten Gruppen berücksichtigt. Außerdem hat beispielsweise die Entscheidung des hessischen Oberverwaltungsgerichts, dass die dort geplanten Schulöffnungen für 4.Klässler*innen gekippt hat, gezeigt, dass die rechtliche Grundlage für Wiederöffnungen mit Schulpflicht wacklig ist. „, fährt der Sprecher der Grünen Jugend Saar fort. „Auch der geplante Unterricht in allen Fächern für die 11. Klässler*innen ist nicht wirklich notwendig sondern belastet nur unnötig die Schulen und führt zu einem höheren Infektionsrisiko. Warum ist etwa der Musik – oder der Sportunterricht für Abschlussschüler*innen, die diese Fächer wohl nicht im Abitur belegen möchten, systemrelevant?“ fährt der Sprecher der Grünen Jugend Saar fort. Teilweise widersprüchliche Ansagen bezüglich der zu absolvierenden Stundenzahl hätten zudem viele Schüler*innen verunsichert. „Anstatt die Schulen überhastet und vor allem mit völlig falscher Priorisierung wieder zu öffnen sollte lieber überprüft werden, an welchen Stellen das persönliche Erscheinen in der Schule wirklich notwendig ist und an welcher Stelle nicht auch eine Weiterführung des Onlineunterrichts mit besserer Lehrer*innen-Schüler*innen-Kommunikation, beispielsweise über Videochat , möglich wäre.“, so Lohmann abschließend.