Grüne Jugend Saar/Klos: Schüler*innen mit dem größten Förderbedarf bleiben auf der Strecke

„Wenn man schon um jeden Preis am vollzeitigen Präsenzunterricht festhält, sollte man wenigstens dafür sorgen, dass die Unterrichtsqualität nicht leidet!“, so Santino Klos, politischer Geschäftsführer der Grünen Jugend Saar.

„Dabei leiden vor allem die Gemeinschaftsschulen darunter, dass aufgrund der – ad absurdum geführten und schlecht kommunizierten – Hygienebestimmungen seitens des Ministeriums eine äußere Differenzierung in Klasse 7 bis 10 nicht mehr möglich ist. Somit wird von Lehrkräften verlangt 29 Schüler*innen mit unterschiedlichen Niveaustufen zu unterrichten, obwohl diese Differenzierung das Grundkonzept von Gemeinschaftsschulen ist. Die Lehrkräfte werden so noch zusätzlich belastet. Auch der Wahlpflichtbereich Perspektive Beruf, der zu den Hauptfächern gehört, kann nicht mehr stattfinden, obwohl es in vielen Betrieben strengere Hygienekonzepte als in den Schulen gibt.“, so Santino Klos weiter.

So könne man beispielsweise die Tage stattfinden lassen und stattdessen auf Hybridunterricht setzen. Hier wurden nämlich schon so einige Ausbildungsverhältnisse vermittelt, die sonst wohl nicht zustande gekommen wären.

„Differenzierte Fördergruppen, also die, die den Unterricht dringend brauchen, können nicht mehr unterrichtet werden, um eine Durchmischung zu vermeiden. Somit können Förderschüler*innen nur noch in wenigen Einzelstunden individuell betreut werden. Dadurch werden die, die den größten Förderbedarf haben, am Meisten benachteiligt. Hier muss sich das Ministerium Gedanken über Alternativen machen! Denn der jetzige Zustand steht im massiven Widerspruch von der seitens des SPD-geführten Ministeriums propagierten Bildungsgerechtigkeit, die angeblich mit der vollständigen Präsenzlehre mitten in einer Pandemie einherginge.“, so Santino Klos abschließend.