Die Grüne Jugend Saar äußert sich mit Entsetzen und Betroffenheit über die Ereignisse des Landesparteitages am 20.06.2021. Dort ist Hubert Ulrich gegen Sprecherin Jeanne Dillschneider angetreten und zum Spitzenkandidaten der Grünen zu Bundestagswahl 2021 gewählt worden.

Dazu äußert sich Jeanne Dillschneider, Sprecherin der Grünen Jugend Saar: „Wir sind schockiert über die Art und Weise, wie sich über das Frauenstatut der Grünen hinweggesetzt worden ist und sehen hier eklatante Satzungsverstöße. Die Einwände von Delegierten wurden weitestgehend ignoriert, eine Aussprache anfangs ablehnt. Dabei ist das Frauenstatut ein Grundpfeiler feministischer grüner Politik. Weiterhin wurde willentlich in Kauf genommen, möglicherweise keine gültige Liste einreichen zu können. Für uns ist das kein Stil, den wir als Jugendorganisation mittragen wollen. Das wird auch von zahlreichen Parteimitgliedern so empfunden, die ihren Protest deutlich geäußert haben.“

Spitzenkandidat Santino Klos ergänzt: „Darüber hinaus hat der neue Landesvorstand zwar immer wieder betont, die Partei einen zu wollen und einen Neuanfang zu starten. Auch wolle man angeblich auf die Menschen, die die Zustände der Partei kritisch beurteilt haben, zugehen. Gleichzeitig wurde aber nicht nur das Votum der Grünen Jugend ignoriert, sondern auch das der zahlreichen Orts- und Kreisverbände, die für Tina Schöpfer votiert hatten. Die Grüne Jugend hat sich in der Vergangenheit immer produktiv und konstruktiv gezeigt, sich aber auch in der Rolle gesehen, wichtige Kritik zu äußern. Beispielsweise haben wir die Versuche, innerhalb der Grünen Jugend zu spalten oder einzelne Mitglieder zu diffamieren, verurteilt. Unsere Sprecherin Jeanne Dillschneider hatte mit ihrer erneuten Kandidatur als stellvertretende Landesvorsitzende zur Versöhnung und Geschlossenheit eingeladen. Es ist allerdings mehr als deutlich geworden, dass die Bekundungen der neuen Vorsitzenden über den Wunsch einer gemeinsamen Zusammenarbeit keinerlei Ernsthaftigkeit innehaben. Aus diesem Grund habe ich meine Kandidatur für den Listenplatz 6 zurückgezogen. Unter diesen Umständen ist eine Kandidatur nicht vertretbar gewesen.“

Die Grüne Jugend Saar distanziert sich deutlich zu den Vorgängen und wird es sich vorbehalten, für die aufgestellte Liste keinen Wahlkampf im Saarland zu machen. „Für uns als Grüne Jugend wird der Wahlkampf für Annalena Baerbock im Vordergrund stehen. Außerdem werden wir uns auf die programmatische und inhaltliche Arbeit fokussieren. Wir hoffen inständig, dass die Saargrünen von dem gestern eingeschlagenen Kurs der Ausgrenzung, Einschüchterung und Rückständigkeit abrücken,“ so abschließend Klos und Dillschneider.