Die ehemalige Generalsekretärin und Vorsitzende Barbara Meyer-Gluche hatte bereits einen Beitrag mit 10 Punkten für die Neuaufstellung des Verbandes der saarländischen Grünen geleistet.

Die Grüne Jugend Saar begrüßt im Kern die Forderungen, sieht den Handlungsbedarf teilweise aber an anderen Stellen. Dazu die Sprecher*innen der Grünen Jugend Saar, Jeanne Dillschneider und Santino Klos:

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1. Transparenz-Offensive 🔍
Ein Zurück zum Status Quo kann es aus Sicht der Grünen Jugend nicht geben. Versöhnung kann nicht damit gleichbedeutend sein damit, Konflikte künftig einfach nicht mehr anzusprechen. Mangelnder Raum für Kritik innerhalb der Partei ist aus unserer Sicht die Ursache dafür, dass die Konflikte in der Öffentlichkeit eskaliert sind.
Es braucht nun dringend eine Transparenz-Offensive innerhalb der Partei, bei der die parteiinternen Konflikte offen angesprochen werden. Ein Runder Tisch kann nicht funktionieren, wenn kein Fair Play und keine Transparenz herrschen. Die bisherigen Gespräche sind unter anderem daran gescheitert, dass es keine Bereitschaft gab, einen anderen Weg als den von Hubert Ulrich vorgesehenen einzuschlagen und dass es nie offene Aussagen über seine Pläne gab.

2. Alternativen zu den üblichen Machtstrukturen

Dass die ehemalige Landesvorsitzende betont, man komme „an Hubert Ulrich nicht vorbei“ zementiert den Eindruck der Mitglieder, Kritik an den Machstrukturen Ulrichs werde ohnehin nicht gehört. Es ist nicht hilfreich, das Bild von zwei Lagern zu beschwören, wenn in Wahrheit ein großer Teil der Basis die Vorgänge rund um Hubert Ulrichs Unterstützer*innen kritisch sieht und es keineswegs zwei gefestigte Lager sind. Im Gegenteil, auch das Bündnis hat sich erst in Reaktion auf den ersten desaströsen Parteitag gegründet und hat sich stets offen und gesprächsbereit gezeigt.
Statt ein Bild von Lagern heraufzubeschwören oder das Bündnis zu diskreditieren, müssen Strukturen und Gliederungen in der Partei endlich ernst genommen werden.

3. Lösungen im Konsens 🤝
Die Partei ist keine Gesellschaft oder Firma. Es kann also nicht sein, dass mit einer Mehrheit gedroht wird oder das Wohl der Partei dem Willen einer Person untergeordnet wird. Minderheiten sind genauso Teil der Partei und sollten künftig gleichberechtigt beachtet werden. Obwohl die Grüne Jugend Saar bereits mehrfach zu Gesprächen aufgerufen hat, ihre Gesprächsbereitschaft signalisiert hat oder konstruktive Vorschläge gemacht hat, wurde darauf bisher nicht eingegangen. Wir sehen es als kritisch, wenn mit Mehrheiten erst Fakten geschaffen werden, engagierte Menschen ausgegrenzt und eingeschüchtert werden, und dann erst Angebote zur Versöhnung erfolgen. Gespräche auf Augenhöhe sind für uns die Voraussetzung für einen Weg in die Zukunft.

4. Unterstützung von außen
Versuche, sich selbst als „neutral“ darzustellen oder über die angeblichen Lager zu erheben, tragen dazu bei, ebendieses Lagerdenken zu verstärken. Deswegen sehen wir es als dringend notwendig an, dass eine Mediation oder Schlichtung von außen erfolgt. Denn nur die ist auch wirklich neutral und kann einen objektiven Blick auf den Verband werfen. Hier braucht es eine neutrale Instanz und verbindliche Absprachen. Erst wenn die Vorgänge in der Partei aufgearbeitet werden, kann ein gemeinsamer Weg gefunden werden.

5. Status Quo beenden

Für uns schließensich die Prüfung eines Parteiordnungsverfahren gegen Hubert Ulrich und eine Versöhnung des Verbandes nicht aus. Denn klar ist, dass seine bisherige brachiale Vorgehensweise und sein Comeback die Hauptursache des Konfliktes sind. Für uns ist die Forderung nach dem Parteiordnungsverfahren davon abhängig, ob Hubert Ulrich und sein Umfeld die Bereitschaft zeigen, ihre bisherigen Vorgehensweisen zu verändern. Wir verstehen, dass unsere Forderung dahingehend sehr kritisiert worden ist und reflektieren, dass uns damit ebenfalls „schwarz-weiß“-Denken vorgeworfen wird. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass wir lediglich auf Vorgänge reagiert haben, die unserem Verband geschadet haben, die für uns kein respektvolles Verhalten dargestellt haben und die wir nicht hinnehmen konnten. Kritik zu äußern, sehen wir als Aufgabe einer Jugendorganisation an. Wir sind der Ansicht: Die alten Zustände dürfen auch keinen Fall wieder eingeführt werden. Ein Frieden, der darauf basiert, würde langfristig nur zu denselben Ergebnissen führen.