Grüne Mobilität im Saarland

Im Saarland nutzen auf das gesamte Bundesgebiet betrachtet die meisten Menschen täglich ein eigenes Auto. Wir sagen, dass das eine Konsequenz des viel zu teuren und schlecht strukturierten ÖPNV des Saarlandes ist.

 

Für Besitzer*innen eines Autos ist es schon bei einer einfachen Fahrt oft günstiger und weniger zeitaufwendig das eigene Auto zu bewegen und sogar ein Parkticket zu zahlen, als den ÖPNV zu nutzen. Die Anbindungen des ländlichen Raumes im Saarland sind untragbar: Bürger*innen aus dem ländlichen Raum haben vor allem am Wochenende nur zu zwei Zeiten die Möglichkeit mit dem Bus in die nächstgrößere Stadt zu fahren. Nachts ist an eine Rückfahrt mit dem Bus aus der Stadt ins Dorf überhaupt nicht zu denken. In den Städten leiden Nutzer*innen des ÖPNV täglich unter Verspätungen.

 

Des weiteren steigen die Preise der Monatskarten für Schüler*innen jährlich an. Es darf nicht Normalität sein, dass Eltern mit 2 oder mehr Kindern monatlich über 100€ für Fahrkarten ausgeben müssen, damit ihre Kinder zur Schule kommen. Außerdem lässt die Wabenstruktur des saarländischen Verkehrsverbunds (SaarVV) eine faire Preisgestaltung nicht zu. Das geht eindeutig zu Lasten von Familien und von unserer Umwelt, denn ein teurer ÖPNV ist wenig attraktiv.

 

Deshalb fordern wir eine drastische Senkung der Preise von SaarBahn- und Bustickets und eine Einführung eines Landesjugendtickets, sowie eine Abschaffung des Wabennetzes, eine Verbesserung der Busverbindungen im ländlichen Raum, mehr Vorangspuren für Busse in den Städten und eine bessere Taktung der Abfahrtszeiten!

 

Fahrräder können eine echte Alternative für Kurzstrecken innerhalb von Städten und Dörfern sein. Um die Fortbewegung mit Hilfe von Fahrrädern auch für die Saarländer*innen attraktiv zu machen, müssen dringend qualitativ hochwertige, gekennzeichnete Radwege an allen wichtigen Straßen geschaffen werden. Zudem brauchen wir mehr sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

 

Natürlich kann heute der motorisierte Individualverkehr noch nicht vollständig unterbunden werden. Deshalb müssen Umstände geschaffen werden, unter denen der verbleibende Autoverkehr möglichst schadstoffarm und leise ist. Deshalb schließen wir uns der Forderung von Bündnis 90/ Die Grünen an und plädieren für flächendeckende Tempo 30 Zonen in den Innenstädten und mehr Tempo 60 Zonen auf Stadtautobahnen.

 

Des weiteren sehen wir Elektroautos zwar als saubere Alternative zu Autos mit Verbrennungsmotoren, dennoch ist das E- Auto erst als EE-Auto (Erneuerbares Elektroauto) eine zukunftsfähige Alternative für unsere Straßen. Den erst wenn der Strom, mit dem das Elektroauto fährt, aus erneuerbaren Ressourcen stammt, ist das Elektroauto wirklich eine umweltfreundliche Alternative zum
Verbrennungsmotor.

 

Dieser Antrag wurde beschlossen am 09.12.2017.