09. Mai 2026

Nieder mit dem Leistungsdruck – Bildung gerecht und gesund gestalten!

Beschlossen auf der Landesmitgliederversammlung am 9. Mai 2026

Laut dem Deutschen Schulbarometer zeigt jedes vierte Kind in Deutschland psychische Auffälligkeiten. Diese Zahlen steigen erstmalig seit der Corona-Pandemie an.

Die Schüler:innen benennen hier häufige Probleme wie den gesellschaftlichen und familiären Leistungsdruck, Ängste, Einsamkeit und Depressionen. Lehrer:innen scheinen selber hiermit maßlos überfordert und brauchen mehr Schulsozialarbeit oder Präventionsprogramme.

Der stetige Leistungsdruck, die andauernden Prüfungen und die Glorifizierung des bestandenen, guten Abiturs machen junge Menschen krank und treiben sie eher in Verzweiflung, als sie wirklich zum Lernen und Erkunden zu motivieren.

Wir stehen für einen Umbau des Schulsystems, welches nicht von Idealen des letzten Jahrhunderts geprägt ist, sondern explizit auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen eingeht.

Es ist zur heutigen Zeit essenziell, dass Lehrpersonal einen pädagogischen Ansatz verfolgt, welcher „Scheitern“ oder „Versagen“ nicht mit Dummheit oder einer allgemeinen Unfähigkeit gleichsetzt, wie es heute der Fall ist.

  • Wir brauchen im Lehramtsstudium dringend eine höhere Sensibilisierung für psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.
  • Wir brauchen multiprofessionelle Teams an Schulen, die im Umgang mit psychischen Belastungen helfen. Hierzu gehört ein Ausbau der Sonderpädagogik, der Sozialpädagogik und der Schulpsychologie. Insgesamt gaben nur 35% der Schulleitungen an, dass sie ein schulpsychologisches Angebot besitzen. Das darf einfach nicht sein!
  • Mentale Gesundheit, Achtsamkeit und auch Bewegung müssen eine Querschnittsaufgabe aller Unterrichtsfächer, Schularten und Lehrer:innen sein.
  • Bessere Schulstrukturen und Infrastrukturen, wie individuelle Förderungen der Kinder und Jugendlichen, mehr Pausen und inklusive Rückzugsorte sind kein nice to have, sondern müssen an alle Schulen verpflichtend sein!

Wenn wir das Konzept der Leistungsgesellschaft schon nicht aushebeln können, müssen wir wenigstens alles erdenkliche dafür tun, dass Kinder und Jugendliche präventiv geschützt werden.

Klassenräume müssen Haltung zeigen – Demokratieförderung an Schulen unterstützen!

Immer mehr junge Menschen radikalisieren sich. Antisemitismus-Vorfälle an saarländischen Schulen steigen massivst an. Dies darf nicht sein.

Demokratie ist im Schulalltag ein Konzept, welches zwar gelehrt, aber seltenst umgesetzt wird.

Schülervertretungen haben oft eine Besenkammer als „Büro“ und bekommen dann nicht mal ein ausreichendes Stimmrecht. Für Klassenräte die Partizipation und Autonomie fördern sollten, fehlen die Stunden und verpflichtende Fahrten zu NS-Denkmälern sind zwar schön und gut, nur leider fehlen die Akteur:innen, die diese auch professionell umsetzen können.

Im Bildungsministerium sitzen Personen, die ein Schulgebäude 30 Jahre nicht mehr von innen gesehen haben und sich daraufhin mit der Lebensrealität von Lehrer:innen und Schüler:innen nicht mal im Ansatz identifizieren können.

  • Wir brauchen jetzt eine umfassende Förderung demokratischer Schulprojekte.
  • Wir brauchen Klassenräte, die auch in der Stundentafel verankert werden und nicht nach Belieben durch normalen Unterricht ersetzt werden können.
  • Die Schule ist eine Abbildung der Gesellschaft. Wenn dort inzwischen weit mehr als 20% der Wähler:innen undemokratisch wählen, muss man sich im Klaren sein, dass darunter auch Pädagog:innen existieren. Wir fordern, dass Lehrer:innen unverzüglich der Beamtenstatus entzogen wird, sollte eine AfD-Mitgliedschaft vorliegen.
  • Stimmberechtigte Kinder – und Jugendparlamente sollen zukünftig in jedem Landkreis eingesetzt werden. Kinder und Jugendliche müssen Demokratie leben, bevor sie sie stumpf im Geschichtsunterricht lernen.

Zwischen maroden Gebäuden und Overheadprojektoren – Solidarische Infrastruktur in der Bildung fördern!

Schimmel an den Wänden, kaputte, abgeschlossene Toiletten, ein Overheadprojektor in der Ecke und eine Kreidetafel aus dem letzten Jahrhundert beschreiben unsere saarländischen Schulen ganz genau.

Unsere Schulen wurden in den letzten Jahren regelrecht kaputtgespart und politisch vernachlässigt.

Schulen sind ein Ort gesellschaftlicher Teilhabe. Kinder und Jugendliche verbringen einen Großteil ihres Lebens genau hier. Umso wichtiger ist ein sauberes und modernes Schulgebäude.

  • Das Bildungsministerium muss gemeinsam mit den Kommunen ein langfristiges, zukunftsfähiges Investitionsprogramm für Schulgebäude auflegen! Dazu gehören: barrierefreie Schulgebäude, moderne Sanitäranlagen, hitzeresistente Klassenräume (auch im Dachgeschoss), und ausreichende
    Lern- und Aufenthaltsräume.

Wir fordern eine moderne Infrastruktur für alle!

  • Dazu gehören: flächendeckendes, funktionierendes WLAN an allen Schulen, digitale Bücher, moderne Endgeräte, die sinnvoll in den Unterricht integriert werden, Open-Source-Softwares statt Abhängigkeiten von Großkonzernen und verpflichtende Fortbildungen für Lehrkräfte, um mit
    diesen Endgeräten auch umzugehen.

Niemand darf abgehängt werden! – Mehr Inklusion und Integration an Schulen. Jetzt.

Besonders Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien leiden unter der ständigen sozialen Ungleichheit in der Schule. Wer zu Hause keinen ruhigen Arbeitsplatz, kein stabiles WLAN oder keine weiteren finanziellen Mittel hat, wird gnadenlos abgehängt.

Eine gerechte Bildungspolitik sieht anders aus.

Wir brauchen:

  • kostenfreie Lernmittel ohne Gebühren nur für Schulbücher, die man am Ende des Jahres wieder zurückgeben muss.
  • Kostenloses, gesundes Kantinenessen und Nachmittagsbetreuungen an allen Schulen
  • Eine vollständige Kostenübernahme für Klassenfahrten bei Kindern aus einem sozial schwachem Haushalt
  • Geförderte gesetzlich vorgeschriebene Sprachkurse für geflüchtete Kinder und Jugendliche