Nachzucht- und Importverbot in den Saarländischen Zoos!
Grüne Jugend Saar fordert Nachzucht- und Importverbot für die saarländischen Zoos in Neunkirchen und Saarbrücken

Die Grüne Jugend Saar fordert ein sofortiges Nachzucht- und Importverbot für Wildtiere in den beiden saarländischen Zoos in Neunkirchen und Saarbrücken.
Wissenschaftliche Studien belegen seit Jahrzehnten, dass Wildtiere in Gefangenschaft erheblich unter psychischem und physischem Stress leiden, ein Zustand, der als „Zoochose“ bezeichnet wird. Ein Ende der Nachzucht und des Imports wäre der erste notwendige Schritt, um die Haltung von Wildtieren in saarländischen Zoos langfristig auslaufen zu lassen.
Studien zu den Effekten von Besucherströmen auf die Verhaltensweisen von Tieren zeigen, dass Zoobesucher:innen bei vielen Tierarten, insbesondere Primaten, Stress auslösen. Dieser äußert sich in erhöhter Aggression zwischen Artgenossen sowie gegenüber Menschen, weniger sozialem Verhalten wie Fellpflege und chronischem Stress für die Tiere. Chronischer Stress in Gefangenschaft kann langfristig zu Immunschwäche, Fortpflanzungsproblemen und selbstverletzendem Verhalten führen. Zahlreiche in Gefangenschaft gehaltene Affen zeigen Verhaltensweisen wie Selbstbeißen oder Selbstverstümmelung, die sich unter dem Eindruck von Besucherandrang noch verstärken.
Kein Artenschutz, sondern Etikettenschwindel
Zoos dienen nicht dem Artenschutz. Nach Angaben von PETA Deutschland werden weltweit nur etwa 20 bis 25 Prozent aller bedrohten Säugetierarten und gerade einmal 3 Prozent der bedrohten Reptilienarten überhaupt in Zoos gehalten gezeigt werden vor allem publikumswirksame, „charismatische“ Arten statt tatsächlich vom Aussterben bedrohter Spezies. In Gefangenschaft geborene Tiere können in aller Regel nicht ausgewildert werden, da sie die für ein Überleben in der Natur notwendigen Verhaltensweisen nie erlernen.
Finn Schlicker, Sprecher der Grünen Jugend Saar, erklärt: „Zoos verkaufen sich als Orte der Bildung und des Artenschutzes, sind aber eigentlich nur Belustigungsorte für Menschen. Wenn wissenschaftliche Studien belegen, dass Tiere in Gefangenschaft psychisch krank werden und sich selbst verletzen, dann können wir das im Saarland nicht länger hinnehmen. Wir würden es schließlich auch nicht wollen, wenn wir in bester Big Brother Manier bei jeder Tagesbeschäftigung beobachtet werden würden. Warum denken viele Menschen immer noch das dies bei Menschenaffen etwa anders ist. Ein Nachzucht- und Importverbot ist der überfällige erste Schritt, um diesen Kreislauf aus Zucht, Zurschaustellung und Verkauf zu durchbrechen.“
Micah Zimmermann Sprecherin der Grünen Jugend Saar, ergänzt: „Es kann nicht sein, dass unsere Zoos in Neunkirchen und Saarbrücken weiter Tiere nachzüchten und importieren, obwohl längst klar ist, dass die allermeisten dieser Arten nie in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehren werden. Statt neue Gehege zu bauen und den Bestand aufzustocken, sollte das Saarland in echten Artenschutz vor Ort investieren, dort, wo Tiere tatsächlich geschützt werden, nämlich in ihren natürlichen Lebensräumen. Durch das Fortschreiten der Klimakrise wird dieser Punkt immer wichtiger, auch etwa um heimische Arten zu schützen wenn im Sommer wieder unsere Wälder brennen.“
Forderungen der Grünen Jugend Saar:
- Sofortiger Stopp jeglicher Nachzucht in den Zoos Neunkirchen und Saarbrücken
- Verbot des Imports weiterer Wildtiere in beide Einrichtungen
- Schrittweise Umwandlung der Standorte in Auffangstationen für beschlagnahmte oder in Not geratene Tiere
- Umlenkung öffentlicher Fördergelder in Schutzprojekte für Wildtiere in ihren natürlichen Lebensräumen