Cattenom – abschalten sofort

Immer wieder kommt es im Atomkraftwerk Cattenom zur Störfällen, am 28. Februar z.B. kam es innerhalb von 24 Stunden zu zwei Störfällen. Seit der Inbetriebnahme 1986, kam es zu 800 meldepflichtigen Zwischenfällen, darunter Brände, Stromausfälle und Strahlenunfälle. Auch der Stresstest im Jahr 2011/12 weist ganz klar etliche Mängel auf, dennoch möchte der Betreiber das AKW erst 2051 vom Netz nehmen.

Mangelhaft ist unter anderem die Kühlwasserversorgung. Nach EU-Standards müssen europäische Atomkrafwerke mit mindestens drei, voneinander unabhängigen Notkühlsystemen ausgestattet sein – Cattenom verfügt schon nur über zwei, welche dazu an eine nicht erdbebensichere Gastubine angeschlossen sind. Die Folge bei einem Notfall wäre eine Kernschmelze. Denn genau diese Gasturbine, welche nicht erdbebensicher ist, ist für die Notstromversorgung zuständig.

Eine weitere Bedrohung ist ein terroristischer Luftangriff oder ein Unfall, der sich in der Luft zuträgt. Sollte dies der Fall sein und das AKW wäre betroffen, ist nicht für genügend Sicherheit gesorgt. Das sind nur zwei Beispiele von einer langen Mängelliste des Atomkaftwerks Cattenom.

Die Gefahr von Atomkraftwerken ist schon lange keine”Angstmacherei” mehr, spätestens seit Fukushima sollte uns dies allen bewusst sein. Daher fordern wir als Grüne Jugend Saar, dass der EDF das Atomkraftwerk sofort vom Netz nimmt.  Zudem fordern wir die Bundesregierung auf, die Lieferungen von Brennelementen an Frankreich zu stoppen.

Insgesamt sind wir der Meinung, dass wir eine europäische Lösung bezüglich Atomkraft brauchen, denn radioaktive Strahlen machen an keiner Grenze halt! Warum soll Europa sich selbst mit dieser gefählichen und unzuverlässlichen Technik arbeiten und sich warscheinlich selbst umbringen. Plutonium braucht etwa 25000 Jahre damit es in all seine Atome zerfallen ist. Unser Essen wird vergiftet sein und wir selbst, wir verlieren unsere Heimat unsere Kinder unsere Zivilisiaton und unsere Existenz für 25000 Jahre.

 

Dieser Antrag wurde beschlossen am 25.03.2018 – Antragsteller: AG Ökologie


Stopp dem Insekten- und Bienensterben!

Das Insekten- und insbesondere das Bienensterben nimmt katastrophale Ausmaße an. 27 Jahre lang wurden im Zuge einer Langzeitstudie in 63 Naturschutzgebieten fliegende Insekten gefangen und gewogen. Das Ergebnis der Studie ist, dass seit 1989 70 – 80% der Insektenmasse gestorben ist. Durch die gleiche Studie wurde bekannt, dass wir in Deutschland 33 % weniger Artenvielfalt haben als noch vor knapp 30 Jahren.

Ob Bienen, Heuschrecken oder Schmetterlinge – der Rückgang der Insektenarten ist alarmierend. Bereits 41 Prozent der Schmetterlingsarten sind ausgestorben oder gefährdet. Bei Wildbienen ist sogar die Hälfte der Arten vom Aussterben bedroht. Die Ursachen dieser ökologischen Katastrophe sind vielfältig. Besonders der Einsatz von hochwirksamen Insektiziden wie Neonicotinioden sorgt für den Insektenrückgang.

Laut einer Studie des französischen Agrar-Instituts INRA finden 50 % der Bienen die mit Neonicotinioden in Berührung gekommen sind, nicht mehr den Weg zurück zu ihrem Stock. Auch Herbizide wie Glyphosat wirken sich auf alle Lebensräume aus und haben oft langfristig den Tod der Tiere zu folge.

Neben Insektiziden ist die Veränderung der natürlichen Lebensräume für Insekten für das Insektensterben verantwortlich. Durch die Bewirtschaftung immer größerer Flächen gehen Nistmöglichkeiten und Nahrungsquellen verloren. Lebensräume wie nährstoffreiche Wiesen verändern sich durch Düngung in der Landwirtschaft und giftiger Abgase im Straßenverkehr. Nicht ausreichend geklärt ist, ob die
Veränderungen des Klimas für das Insektensterben mitverantwortlich sind.

Insekten bilden die Nahrungsgrundlage für andere Arten, zählen zu den wichtigsten Pflanzenbestäubern und sorgen somit für den Fortbestand der Pflanzenwelt. Sie sichern die Erträge unserer Landwirtschaft und somit unsere Nahrungsgrundlage. Als wichtigste Nützlinge in der Forst- und Waldwirtschaft sind Insekten unerlässlich.

Das bekannt gewordene Insektensterben hat also langfristig verheerende Auswirkungen auf unser Ökosystem. Doch dieses Problem wird in der Öffentlichkeit nicht als Krise wahrgenommen. Angesichts dieses Zustandes fordern wir konkrete Handlungspläne zur Bekämpfung des Insektensterbens. Dafür muss ein flächendeckendes Monitoring aufgebaut werden, um in Zukunft die Ursachen besser erforschen zu können.

Auch müssen Pestizide verbindlich reduziert werden. Die negativen Wirkungen der Pestizide auf unsere Insekten und Vögel müssen intensiver geklärt werden. Unsere Agrarpolitik muss den Fokus auf den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft legen und den Einsatz von Pestiziden in Schutzgebieten untersagen. Wichtig ist auch die Förderung von Blühflächen und von ökologisch wertvollem Lebensraum für Insekten.

Außerdem muss ein Problembewusstsein in der Politik, Bevölkerung und Landwirtschaft geschaffen werden. Wir fordern, dass der Erhalt der Artenvielfalt auch eine Priorität der Umweltpolitik im Saarland wird.

 

Dieser Antrag wurde beschlossen am 09.12.2017.